|
Zur Haartransplantation, bei der eigenen Haare aus dichter bewachsenen Regionen in die kahlen Stellen transplantiert werden, gibt es verschiedene Methoden und Techniken.
Haartransplantation nach der Streifen-Methode (MMG oder FUI)
Streifen-Methode mit Präparation Mini- oder Micrografts (MMG)
Bei der Streifenmethode (auch Stripes-Methode genannt) wird aus dem noch vorhandenen Haarkranz ein kompletter Streifen mit Haaren und Haarwurzeln entnommen. Dieser Streifen wird dann in viele kleinen Segmente mit einzelnen oder mehreren Haarwurzeln unterteilt, die auch Mini- oder Micrografts genannt werden. Anschließend können die Grafts in die vorher für die Haartransplantation vorbereiteten kahlen Stellen transplantiert werden. Wachsen diese Grafts dann an, produzieren die Haarwurzeln an diese Stelle neue Haare. Eine Haartransplantation nach der Streifenmethode ist die in Deutschland am häufigsten durchgeführte Operation zur Haarverpflanzung. Die Operation kann in Lokalanästhesie durchgeführt werden und dauert ca 2-8 Stunden. Dabei können von einem erfahrenen Team in 3 Stunden ca 1000 Grafts verpflanzt werden.
Streifen-Methode mit Präparation Follikularer Einheiten (FUI)
Bei dieser Form der Haartransplantation handelt es sich um eine Weiterentwicklung der oben beschriebenen Streifen-Methode, denn hierbei wird ebenfalls ein mit Haaren bewachsener Haarstreifen entnommen. Der Unterschied liegt in der Art der Unterteilung, die sich bei der FUI-Methode an der natürliche Gruppierung der Haare orientiert. Solche Gruppierungs- oder Bündelungseinheiten - den follikularen Einheiten - bestehen üblicherweise aus 1-4 einzelnen Haaren und Haarwurzeln.
Die für die Haatransplantation benötigten Haarstreifen können bei der Streifen-Methode üblicherweise nur aus dem Haarkranz entnommen werden, kommt also bei kompletter Kahlköpfigkeit nicht infrage. Meistens wird der Haarstreifen am Hinterkopf entnommen, wo dann eine mehr oder weniger sichtbare Narbe entsteht.
Haartransplantationsmethode Follicular Unit Extraction (FUE)
Auch bei dieser Haartransplantationsmethode werden die natürlichen Gruppierungen - die follikularen Einheiten - der Haare berücksichtigt. Diese werden aber anders als bei der Streifenmethode nicht erst im Streifen entnommen und dann unterteilt, sondern als follikulare Einheiten einzeln ausgestanzt, in eine Nährlösung gelegt und dann einzeln in die vorbereiteten kahlen Stellen implantiert. Das ist natürlich zeitlich viel aufwändiger als die vorher beschriebenen Methoden und kann bis zu ca 4 Behandlungstagen dauern. Diese Methode hat dann aber den Vorteil, daß keine langen Narben entstehen und nicht nur Kopf-Haare sondern auch Körperhaare für die Haarverpflanzung verwendet werden können. Dabei ist allerdings zu beachten, daß Körperhaare oft eine von der Kopfbehaarung abweichende Farbe und Struktur haben.
|