Fehlerhafte PIP Implantate und die Folgen
Bei den PIP Implantaten handelt es sich um Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothese. Diese PIP Implantate wurden am 29.03.2010 europaweit aus dem Verkehr gezogen, nachdem im Jahr 2009 eine erhöhte Anzahl von Rupturen (Hüllenbruch) aufgetreten war, und die französische Kontrollbehörde Afssaps nach einer Überprüfung feststellte, daß für die Implantate ein nicht zugelassenes Silikongel verwendet worden war. Bei dem nicht zugelassene Silikongel handelte es sich um billiges Industrie-Silikon, welches die Implantathülle angreifen kann, was zur Folge haben kann, dass sich Risse in der Implantathülle bilden und Silikongel ausläuft.
Alleine in Frankreich sollen über 30.000 Frauen PIP Silikonimplantate tragen. Aber auch in Deutschland wurde eine bisher unbekannte Anzahl dieser PIP-Implantate eingesetzt, von denen bisher 19 Fälle bekannt wurden, bei denen die Implantate gerissen sind. Das verursacht natürlich Ängste bei den betroffenen Frauen, daß sie möglicherweise eine tickende Zeitbombe in sich tragen würden. Den Frauen mit PIP Implantaten wurde bisher empfohlen, nicht um jeden Preis eine Explantation vornehmen und die Brustimplantate austauschen zu lassen, da jede Operation mit möglicherweise unnötigen Risiken verbunden ist. Gar nicht zu reden von den Kosten, da die Übernahme der Kosten einer solchen Operation unklar ist, nachdem der Hersteller der PIP Implantate inzwischen Insolvenz angemeldet hat.
In Frankreich sind aber inzwischen 8 Krebsfälle von Frauen mit fehlerhaften PIP Implantaten bekannt geworden. Zwei von ihnen sollen bereits gestorben sein. Ob die fehlerhaften PIP Implantate mit den Krebs-Erkrankungen im Zusammenhang stehen, ist zur Zeit zwar noch unklar. Am Freitag, dem 23. Dezember 2011 haben die französischen Behörden nun eine Empfehlung an alle Frauen mit PIP Implantaten ausgesprochen, sich diese entfernen zu lassen. Die Kosten für die Operation und die Nachsorge werden in Frankreich durch die Krankenkassen getragen. Neue Brustimplantate werden allerdings nur bei Frauen bezahlt, die sich die PIP-Implantate nach Krebsoperationen hatten einsetzen lassen. Die Kosten für rein kosmetische Brustvergrößerungen übernehmen die Krankenkassen auch in Frankreich nicht.
In Deutschland sah es bis zum 06.Januar 2012 noch ganz anders aus: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gab am Nachmittag des 23. Dezember eine Pressemitteilung heraus, in der Frauen mit PIP Implantaten zwar geraten wurde, auf jeden Fall Kontakt mit ihrem Chirurgen aufzunehmen und überprüfen zu lassen, ob die Brustimplantate beschädigt sind. Ob dann ein Austausch der Implantate zu empfehlen sei, auch wenn die Hülle intakt ist, sollte aber mit dem Chirurgen für den jeweils speziellen Einzelfall besprochen werden. Nach Auskunft des BfArM hatte die durchgeführte Untersuchung der französischen Gesundheitsbehörden einen Zusammenhang zwischen PIP-Brustimplantaten und möglichen Krebserkrankungen nicht nachweisen können. Die zuständigen Gesundheitsbehörden in Europa wollten allerdings wenn nötig weitere Untersuchungen vornehmen. Abhängig vom Ergebnis dieser Untersuchungen wurden mögliche weitergehende Empfehlungen nicht ausgeschlossen . Hier könnt Ihr die Pressemitteilung vom 23.12. im Detail nachlesen:
Pressemitteilung des BfArM für Patienten mit Brustimplantaten
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